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Der
AH-64A Apache:
Der AH-64 Apache
ist einer der wohl bekanntesten Kampfhubschrauber. Oft wird er als
der beste Kampfhubschrauber beschrieben, der in letzter Zeit entwickelt
wurde. Ob dies stimmt muss jeder selbst entscheiden, da angesichts
des Ka-50 Hokum, des Mil-28N Havoc, des A129 Mangusta und des Tiger
doch ernst zu nehmende Konkurrenz existiert. Sicher ist aber, dass
der Apache zu den leistungsstärksten Kampfhubschraubern unseres
Globus zählt und sich auch schon im Einsatz bewährt hat.
Wie viele Waffensysteme hat auch dieses seinen Ursprung in der Einstellung
eines anderen Programms. Beim Apache war es der AH-56 Cheyenne von
Lockheed, welcher der erste reine Kampfhubschrauber der US Army
werden sollte.
Das
AAH-Programm und der AH-64A:
Mit
dem AAH forderte die US Army 1972 einen N/AW-fähigen (nacht-/allwetterfähigen)
Hubschrauber, der vorrangig zur Panzerbekämpfung geeignet sein
sollte. Die geforderten Spezifikationen für den AAH waren beeindruckend:
hohe Überlebensfähigkeit gegen Bodenbeschuss bis Kaliber
20 mm, hohe Mobilität, schwere Bewaffnung, modernste Sensoren,
NOE-Fähigkeiten (Tiefflugeigenschaften) und die Möglichkeit,
die Waffen aus großer Entfernung abzufeuern. Es wurden zwei
Auftragnehmer aus den fünf Bewerbern für den Wettbewerb
ausgesucht: Bell Helicopter-Textron mit dem YAH-63 (Modell 409)
und Hughes Helicopters mit dem YAH-64 (Modell 97). Bell Helicopter
glaubte, den Wettbewerb so gut wie gewonnen zu haben, da von Bell
bereits der zu ersetzende AH-1 stammte. Auf den Erfahrungen in dessen
Fertigung und Einsatz baute der Hersteller natürlich auf. In
der Tat erscheint es so, als ob der YAH-63 als aufgeblähtes
Modell 209 die Modellreihe nach dem Modell 309 King Cobra, der eines
der Konkurrenzmuster zum AH-56 Cheyenne war, fortsetzte. Daraufhin
wurde Bell auch vorgeworfen, nur Bestehendes zu verbessern und nicht
den neuen Anforderungen und Bedrohungen gerecht zu werden. Der erste
YAH-63 hob am 1. Oktober 1975, die zweite Maschine am 21. Dezember
des selben Jahres zum Erstflug ab. Zuvor startete bereits der erste
YAH-64 am 30. September 1975 und der zweite Prototyp am 22. November
zum Jungfernflug. Für die Sensorausstattung gab die US Army
ebenfalls einen Wettbewerb heraus, für den Northrop und Martin
Marietta im November 1976 ihre Vorschläge einreichten.
Beide Prototypen bewährten sich in der Erprobung, und erlangten
die Zulassung für den geforderten Einsatz von TOW-Panzerabwehrflugkörpern,
die zunächst als Primärwaffe vorgesehen waren. Am Ende
der Erprobung entschied sich die US Army, die noch in der Erprobung
stehende AGM-114 Hellfire von Rockwell International als neue Panzerabwehrwaffe
in den neuen Kampfhubschrauber zu integrieren, wobei zu berücksichtigen
ist, dass der Entwicklungsauftrag für die Hellfire erst im
Oktober 1976 unterschrieben wurde. Nach langwierigen Testreihen
entschied sich die US Army im Dezember 1976 schließlich für
den Entwurf von Hughes, da er in den Flugleistungen, der Cockpitgestaltung
und der Systemintegration als weitgehend besser, in der Überlebensfähigkeit
im Kampfeinsatz allerdings sogar als wesentlich sicherer bewertet
wurde.
Daraufhin wurden drei weitere Vorserienmaschinen bei Hughes in Auftrag
gegeben. Andauernde Aktualisierungen und Änderungen ließen
diesen Entwicklungszeitraum auf über fünf Jahre anwachsen.
In diese Zeit fielen die ersten Schiessversuche mit der Hellfire
im April 1979 und der Erstflug der ersten Vorserienmaschine am 31.
Oktober des selben Jahres. Die Entscheidung über die Sensorenausstattung
fiel nach einer weiteren Vergleichsreihe im April 1980, wofür
je eine Vorserienmaschine mit dem System von Northrop beziehungsweise
dem von Martin Marietta, dem Sieger der Ausschreibung, ausgestattet
wurde.
Am 26. März 1982 ging bei Hughes der Auftrag über die
ersten Serienmaschinen für die US Army ein. Zunächst wurden
nur elf Maschinen unter der Bezeichnung AH-64A "Apache"
bestellt, es folgte relativ zügig eine zweite Bestellung über
weitere 48 Einheiten. Die erste dieser Maschinen verließ am
30. September 1983 die Fertigungshallen in Mesa, Arizona, und die
offizielle Übergabe an den Auftraggeber folgte am 26. Januar
1984. Im selben Jahr wurde Hughes von McDonnell Douglas (MDD) übernommen.
Den vollen Einsatzstatus erhielt das Waffensystem AH-64A "Apache"
im Juli 1986. Es sollten ursprünglich 536 Apache beschafft
werden, allerdings begrenzten Etatkürzungen das Programm auf
zunächst 436 Einheiten. Nach Operation "Desert Storm",
bei welcher der Apache erstmals seine Leistungsfähigkeit, aber
auch erste systembezogene Defizite wie den mangelhaften Klarstand
von lediglich 60% nachwies, folgte 1994 eine Forderung auf insgesamt
807 Maschinen. Bis 1996 wurden einschließlich Ersatzbauten
für verlorengegangene Hubschrauber 821 AH-64A an die US Army
ausgeliefert. Darauf folgte die Umrüstung und Modernisierung
der Maschinen auf den Stand des AH-64D, der auch in Zukunft die
Grundlage für weitere Kampfwertsteigerungen darstellen wird.
Bereits 1997 entschloss sich Boeing (Boeing Vertol) MDD aufzukaufen.
Nach der Aufgabe des RAH-66 Comanche Programms am 24. Februar 2004
bekommt die Einsatzdauer des AH-64 einen ganz neuen Rahmen. Trotz
der Weisung, dass der RAH-66 den Apache nicht ersetzen sollte, stellte
er doch ein Programm dar, auf dem ein potenzieller Nachfolger hätte
aufgebaut werden können. Den zukünftigen Weg des AH-64
weisen Block-III Umrüstungen und andere Programme, die den
Apache noch Jahrzehnte am Kampfgeschehen teilnehmen lassen werden.
Gestaltung
/ Design:
Der AH-64
Apache ist ein zweisitziger, von der Grundkonstruktion eher konventioneller
Kampfhubschrauber mit hoher Überlebensfähigkeit. Beispielsweise
ist der Apache unempfindlich gegenüber Kaliber 7,62 mm und
kann den Beschuss mit 12,7 mm/ 0.5" und 23 mm Munition überstehen.
Er soll sogar noch mit Treffern in der Kraftübertragung und
den Flugsteuerungssystemen zur Basis zurückkehren können.
Der Rumpf ist in Halbschalenbauweise ausgeführt und so stabil,
dass er bei einem Absturz Belastungen bis zu 20 g (dem Zwanzigfachen
der Erdanziehungskraft) absorbieren kann. Diese Bauweise wird Semi-Monocoque
genannt. Der größte Teil der Außenhaut besteht
aus Lukendeckeln, die Turbinenverkleidung wurde als Arbeitsbühne
eingerichtet. Der AH-64 besitzt zwei für Kampfhubschrauber
typische Stummelflügel, an denen die Kampflasten oder Zusatztanks
mitgeführt werden können und die das Flugverhalten stabilisieren
und den Hauptrotor entlasten sollen. Die Kraftstofftanks sind aufprallsicher
und selbstabdichtend ausgelegt. Der Hauptrotor besteht aus vier
Blättern, um den Wirkungsgrad des Rotors zu erhöhen. Er
ermöglicht dadurch im Vergleich zu einem zweiblättrigen
Rotorsystem weiterhin einen höheren Auftrieb und ein geringers
Fluggeräusch. Die Rotorblätter bestehen aus Edelstahl
und glasfaserverstärktem Kunststoff und sind mit der Rotornabe
durch mehrschichtige Laminar-Bänder und Schnelltrenn-Bolzen
verbunden. Für den Transport können die Rotorblätter
abgenommen oder gefaltet werden, so dass z.B. mit einer C-141 Starlifter
zwei, mit einer C-5 Galaxy sechs und mit einer C-17 Globemaster
III drei Apache luftverladen werden können. Elastische Dämpfer
sind an der Nabe befestigt, die Schwenk- und Schlaggelenke versetzt
angebracht. Die Heckrotorblätter stehen nicht, wie bei den
meisten Hubschraubern, in einem Winkel von 90 Grad zueinander. Der
Heckrotor des Apache besteht aus zwei Teilen, die zueinander in
einem Winkel von 55 Grad angeordnet sind. Diese Anordnung soll die
Effizienz steigern und die Geräuschsignatur weiter verringern.
Des Weiteren besitzt der Apache ein nicht einfahrbares Dreipunkt-Fahrwerk
mit Spornrad, dessen Hauptfahrwerksstreben hoch und schmal ausgelegt
sind. Die Federung ist weich und speziell für harte Landungen
optimiert.
Antrieb:
Ursprünglich
wurde der AH-64 von zwei Turbinen General Electric T-700-GE-701
angetrieben, diese wurden allerdings ab etwa 1990 von verbesserten
T-700-GE-701C abgelöst, die eine höhere Leistung besitzen.
Jede dieser -701C Wellenturbinen erbringt eine Dauerleistung von
1.409 kW (1.890 Wellen-PS) und eine maximale Leistung (Notleistung)
von 1.447 kW (1.940 Wellen-PS), die nur kurze Zeit aufrecht erhalten
werden kann. Die beiden Turbinen befinden sich über den Stummelflügeln,
außerhalb der Zelle. Die wichtigsten Komponenten sind durch
Panzerung geschützt, die Turbinenverkleidung ist als Arbeitsbühne
ausgeführt. Die Abgase werden durch einen "Black Hole"-IR-Unterdrücker
mit kälterer Umgebungsluft durchmischt und vom Hubschrauber
weggeleitet. Es bestand der Plan einer Modernisierung, bei der das
Triebwerk durch eine 2.237 kW (3.000 Wellen-PS) starke Turbine ersetzt
werden sollte, die zusammen mit der US Navy in Anlehnung an die
Turbine der H-60 Serie entwickelt werden sollte. Dieser Plan wurde
allerdings nicht umgesetzt. Zwischen Getriebe und Turbine befindet
sich eine Hilfsturbine (Auxiliary Power Unit = APU) vom Typ Garrett
GTCP 36, welche die nötige Energie zum Anlassen der Turbinen
und zum Betrieb der Elektronik am Boden zur Verfügung stellt.
Im Rumpf befinden sich zwei aufprallsichere und selbstdichtende
Kraftstofftanks, die insgesamt 1.421 Liter fassen. Des Weiteren
wurde 1993 für 437 Maschinen die Möglichkeit geschaffen,
unter den Stummelflügeln maximal vier 871 Liter große
Außentanks mitführen zu können. Mit diesen Außentanks
stieg das maximale Tankvolumen auf 4.910 Liter. Zusätzlich
zu diesen Tanks existiert noch die Möglichkeit, einen 492 Liter
großen Kraftstoffbehälter im Inneren der Zelle auf Kosten
der Munition für die Bordkanone unterzubringen. Diese Einrichtung
bringt den Vorteil, dass an den Pylonen die volle Kampflast getragen
werden kann. Von diesem System bestellte die US Army 1999 48 Einheiten.
Cockpit:
Wie beim
AH-1 Cobra sitzt der Pilot überhöht (im AH-64: 48 cm)
hinter dem Copiloten/Kampfbeobachter (CPG). Das Cockpit ist durch
eine dicke, kugelsichere Scheibe in zwei Bereiche getrennt. Das
Glas, das die Kanzel umgibt, ist ohne runde Formen und hauptsächlich
flach gehalten, um Reflexionen, die den Standort der Maschine dem
Gegner verraten können, zu minimieren oder ganz auszuschließen.
Im Cockpitboden und in den Cockpitseiten, sowie zwischen den beiden
Cockpitteilen, wurden Panzerplatten aus leichtem Bor verlegt, um
12,7 mm Treffer verkraften zu können. Die Sitze sind mit Kevlar
versehen worden. Der Kanzelbereich wurde in solch einer Form konstruiert,
dass er der Besatzung eine 95%ige Chance einräumt, einen Aufschlag
mit einer Geschwindigkeit von 12,8 m/s zu überleben. Beide
Positionen sind mit den nötigen Standardkomponenten zur Flugsteuerung
ausgestattet, auch Navigationsinstrumente befinden sich auf beiden
Plätzen. Natürlich sind die Instrumente für die spezifischen
Aufgaben der Position ausführlich und großflächig
vorhanden. Die meisten Instrumente sind digitalisiert, es sind nur
wenige analoge Anzeigen vorhanden. Auf dem Cockpit des Piloten dominiert
mittig das MFD, während das wichtigste und größte
Instrument des Richtschützen der TADS/PNVS-Bildschirm ist.
Alle Instrumente sind so ausgelegt, dass sie in Dunkelheit auf keinen
Fall das Nachtsichtvermögen des Benutzers einschränken.
Der Großteil der Statusanzeigen sind Balken-Displays, es existieren
jedoch auch noch Rundinstrumente, wie beispielsweise der Höhenmesser.
Avionik:
Die Augen
des Apache sind seine TADS/PNVS-Sensoren. Obwohl es sich dabei um
zwei funktionell unabhängige Systeme handelt, sind sie physisch
miteinander verbunden und arbeiten parallel. Martin Marietta und
Northrop boten ihre konkurrierenden Systeme an, bis das erstere
Unternehmen schließlich im April 1982 nach umfassenden Flugerprobungen
den Zuschlag erhielt. Das AAQ-11 TADS von Marietta (Target Acquisition
and Designation Sight = Zielerfassungs- und Markierungs-Sichtgerät)
besteht aus einer DVO (Direct View Optic = Gesichtsfeld von 18 bzw.
4 Grad; DVO zeigt Umgebung farbig und im normal Lichtspektrum und
vergrößerte Bilder im Tageslicht und bei nebeligen Bedingungen),
einem DTV (Daylight TV, Gesichtsfeld wahlweise 4 oder 0,9 Grad;
DTV zeigt Umgebung während des Tages oder in Dämmerungszeiten,
in schwarz und weiß) und einem Laser-Zielverfolgungsgerät.
Das TADS kann einen Laserpunkt verfolgen, der von einem anderen
Laser-Zielmarkierungsgerät projiziert wird. Auch kann es zur
Entfernungsmessung zwischen Hubschrauber und Ziel herangezogen werden.
Der gesamte TADS-Block ist drehbar installiert und kann um 129 Grad
in beide Richtungen geschwenkt und um 30 Grad nach oben bzw.60 Grad
nach unten gekippt werden. Der CPG betrachtet die TADS-Anzeigen
über sein ORT (Optical Relay Tube) oder über einen Bildschirm
unmittelbar unter dem Okular. Sollte das PNVS des Piloten ausfallen,
können die TADS-Anzeigen auch an den Piloten übermittelt
werden. Das PNVS (Pilot Night Vision Sensor = Piloten-Nachtsichtsensor)
wird vom Piloten als Nachtsichthilfe genutzt und ist eigentlich
nichts anderes als eine Infrarot-Kamera, die kreiselstabilisiert
und drehbar im Rumpfbug installiert ist. Das FLIR (Forward Looking
InfraRed = "vorrausschauendes" Infrarot) ermöglicht
nächtliche Schleichflugeinsätze und hat drei Sichtfelder
(schmal von 3,1 Grad, mittel von 10,1 Grad und weit von 50 Grad).
Tagsüber kann der CPG die FLIR-Anzeigen über seine DVO
oder sein DTV betrachten, während er nachts sein monokulares
IHADSS (Integrated Helmet and Display Sight System = helmmontiertes
Visier, an Nachtsichtgerät gekoppelt) benutzen wird. Das IHADSS
wurde von Honeywell entwickelt, und besteht aus einem (einfachen)
Pilotenhelm, einen Projektionsschirm und einem Kopf/Sicht-Richtungssystem
für die M230 Kanone. Der Projektionsschirm wird über einen
kleinen TV-Schirm auf der rechten Seite des Helmes gespeist, der
seine Daten vom FLIR übertragen bekommt. Der Schirm befindet
sich vor dem rechten Augen des Piloten, während das linke Augen
weiter auf die Instrumente gerichtet werden kann. Dieses HDU-System
(Head Display Unit) wurde eingeführt, da NVGs (Night Vision
Goggles = Nachtsicht- bzw. Bildverstärkerbrillen) die gleichzeitige
Sicht im Cockpit erschweren und ein Blickfeld wie eine sehr dicke
und starke Brille besitzen. Außerdem kann das relativ große
und schwere FLIR nicht helmmontiert werden. Es können aber
auch wie bei einem HUD Flugdaten, wie z.B. Höhe, Geschwindigkeit
und Kurs, eingespiegelt werden. Insgesamt soll es die Orientierung
und Kampffähigkeit bei Nacht oder schlechten Sichtverhältnissen
verbessern. Beide Besatzungsmitglieder tragen das IHADSS. An den
Kopfstützen des Sitzes sind Infrarotsensoren installiert, die
die Bewegungen des Helmes registrieren und an das Richtsystem der
Bordkanone weiterleiten. Über der Instrumententafel beider
Cockpitbereiche befindet sich jeweils ein mit Linsen bestückter
Zylinder, die BRU (Boresight Reticle Unit). Auf diesen stabilen
Fixpunkt richtet der Pilot seinen IHADSS, wenn er das Richtsystem
an seine Helm-/Kopfbewegungen koppeln will. Nun folgen die Sensoren,
die auch an das System gekoppelt werden können, oder auch die
Bordkanone den Bewegungen des Kopfes / Helmes. Den NOE-Flug erleichtert
das zellenfest installierte AHRS (Altitude-Heading Reference System,
Flughöhe/Kurs-Referenzsystem oder Fluglage- und Kursbezugssystem)
AN/ASN-143 von Litton (ein vereinfachtes Trägheitsnavigationssystem),
das Zieldaten genau speichern kann, und das leichte Doppler-Navigationssystem
von Singer-Kearfott. Sperry (heute Honeywell) liefert die DASE (Digital
Automatic Stabilisation Equipment) und den Generator, der, wie bei
einem TV-Gerät, die Videosignale des TADS/PNVS in die Cockpitbildschirme
und IHADSS-Visiere einspeist. Zur Ausstattung gehören ansonsten
noch störfeste ADF (Funkpeiler), AN/ARC-164 UHF-Sender, AN/ARC-222
SINCGARS UHF/VHF, die KY-28/58/TSEC Stimmverschlüsselung und
ein AN/APX-100 IFF mit KIT-1A störfester Verschlüsselung,
das ADSS Rundstrahl-Luftwertsystem, der passive Litton AN/APR-39
RWR (Radar Warning Reciver = Radarwarnempfänger), ein AN/AVR-2
Laser-Warnempfänger und ein AN/ALQ-136 Radarstörsender.
Zu den IR- und Radarstörern sowie Täuschkörperwerfern
gehören auch der Chaff Dispenser M130 ("Düppel-Automat"),
der Wolken von Metallstreifen aussendet und damit Radarscheinziele
erzeugt, der Flare Dispenser ("Fackelautomat"), der "Fackeln"
ausstößt, die als "Lockvögel" für
IR-suchende Flugkörper dienen, und das Infrarotstörgerät
ALQ-144, das starke Strahlung im Infrarotbereich abstrahlt, die
empfindliche Suchköpfe von anfliegenden Raketen übersättigen
und ablenken soll.
Daten:
Besatzung: 2
Gewicht: Leergewicht: 5.165 kg, Max. Startgewicht: 10.107 kg
Maße: Länge 15,47 m, Rotordurchmesser 14,63 m, Höhe
4,64 m, Breite (ohne Flügelspitzenwaffenträger) 5,23 m
Höchstgeschwindigkeit:
365 km/h
Marschgeschwindigkeit:
283 km/h
Dienstgipfelhöhe:
6.400 m
max.
Steigrate auf NN (IRP, bei
durchschnittlich Wetterbedingungen): 14,8 m/s
Triebwerk: zwei T-700-GE-701C mit je 1.409 kW
Maximale Reichweite: ca. 1.899 km
Tankvolumen: Innere Tankkapazität: 1.421 Liter
Bewaffnung:
Die Bewaffnung des Apache besteht aus einer ferngelenkten
30 mm Kettenkanone und Kampflasten, die an 4 Pylonen an den Stummelflügeln
befestigt werden. Die Kettenkanone ist die M230 von Hughes (MDD/Boeing),
die sich als sehr zuverlässig herausgestellt hat. Die M230
besitzt ein Schussfeld von +11 Grad bis -60 Grad im Höhen-
und von +/- 110 Grad links/rechts im Seitenrichtbereich und ist
kardanisch unterhalb des Vorderrumpfes aufgehängt. Diese Aufhängung
kann auf keinen Fall als turmlaffettiert bezeichnet werden, allerdings
bietet diese Art der Aufhängung im Falle eines Absturzes der
Besatzung ein erhöhtes Maß zu überleben, da sich
ein möglicher schwerer Kinnturm nicht in den Cockpitbereich
bohren kann. Gemeinsam mit dem Apache entwickelte Hughes diese einläufige
Kettenkanone mit Fremdantrieb, für die eine Endloskette mit
rechtwinkliger Führung unter dem Verschlussgehäuse typisch
ist. Die Waffe besitzt eine maximale Kadenz von ca. 625 Schuss pro
Minute und verschießt HE- oder HEDP-Granaten (High Explosive
bzw. High Explosive Dual Purpose). Die Munition wird zu Gunsten
des Schwerpunktes hinter dem Cockpit innerhalb des Rumpfes aufbewahrt.
Es können maximal 1.200 Schuss mitgeführt werden. Gerichtet
wird die Kanone durch ein elektronisches Lear/Siegler-Zielsystem
bzw. mit dem IHADSS. Im Einsatz kann sie vom CPG manuell bedient
oder gekoppelt mit dem TADS/PNVS, dessen Daten auch auf das IHADSS
projiziert werden können, eingesetzt werden. An den vier Außenstationen
werden gängigerweise maximal 16 AGM-114 Hellfire oder bis zu
76 ungelenkte Raketen "Hydra 70" (FFAR, Folding Fin Aerial
Rocket), die sich zu je 19 Raketen in einem Werfer (M261) befinden,
oder maximal vier 871 Liter Zusatztanks mitgeführt. Des Weiteren
besteht nach einer minimalen Umrüstungen die Möglichkeit,
jeweils an den Flügelspitzen einen oder zwei Luft-Luft-Flugkörper
vom Typ Stinger (AIM-92) mitzuführen. Allerdings wird dieses
System von der US Army nicht eingesetzt.
Nachtsichtgerät: Ja
Bausatz: Hasegawa
Maßstab: 1/48
Bauzeit: ca. 180 Stunden
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